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Sonntag, 22. April 2007

Wir sitzen auf der Veranda des alten Holzhauses, wo Anns (Dams Freundin) Eltern zuhause sind. Die Sonne brennt schon morgens um zehn unglaublich heiß.
Ich, Matthias bin in Chiang Rai (Nordthailand) zusammen mit Dam und Banja, einem Hausvater von Baan Nok Kamin, um den Brautpreis für Dams zukünftige Frau auzuhandeln. Was man als Missionar so alles machen muß...
10 Stunden Fahrt durch die Nacht haben wir hinter uns. Kaum geschlafen und mit nur einem spärlichen Frühstück im Bauch sitzen wir den Eltern gegenüber. Das Datum für die Hochzeit wird auf Ende Jahr festgesetzt. Andere Einzelheiten werden besprochen und Entscheidungen gefällt. Ich frage mich, was eigentlich das Brautpaar selbst bei ihren eigenen Hochzeitsvorbereitungen zu sagen hat...
Irgendwann kommen wir auf das eigentliche Thema des Treffens zu sprechen, der Brautpreis. Geld und Gold, welches von Dam aufgebracht werden und am Tage der Hochzeit in einem Ritual den Brauteltern übergeben werden muß. Je höher der Brautpreis, desto höher das Ansehen in der Nachbarschaft. Es wird herumgedruckst und unsicher in der Gegend herum geschaut. Anns Mutter rückt endlich heraus mit ihren Gedanken. 50,000 Baht und 5 Goldmünzen im Wert von nochmal über 50,000 Baht. Völlig überzogen und nicht dem Status ihrer Familie entsprechend. Wir sind geschockt, enttäuscht und sprachlos. Zum Handeln kommt es nicht mehr. Wir äußern unsere Bedenken, dass Dam einen solchen Betrag nie im Leben aufbringen kann. "Wenn nicht, auch nicht so schlimm. Die Hauptsache ist, dass sie sich lieben!" so der Vater, der selbst zeitweise nicht mit seiner Frau zusammengelebt hat.

10 Stunden Fahrt liegen vor uns. Wie eine dunkle Wolke liegt der Gedanke an das viele Geld über uns. Wieder einmal wird mir klar, dass die Thailänder uns Ausländer oft nur als "Dua Ngen" (Figuren, die Geld haben) sehen. Besonders Anns Mutter erwartet, dass wir, die wir jahrelang Dam in unsere Familie aufgenommen haben, nun den Brautpreis bezahlen sollen.

Wie es dann wirklich werden wird, ist offen. Wir brauchen Weisheit und Gottes Führung, um einen Weg zu finden, der nicht unserer Beziehung zu Anns Eltern schadet.

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Holighausens in Bangkok 2008

Warum Mission?